Von einer Insel auf die nächste: Cabrera

Es ist immer noch warm. Und die Strände sind immer noch voll. Trotzdem gibt es auch immer noch vereinzelt leere Fleckchen, an denen man zur Ruhe kommen kann. Man muss sie nur finden und dann auch hinkommen. Die Insel Cabrera ist eine dieser Ecken, die vom Massentourismus noch verschont wird.

CabreraCabrera, die Ziegeninsel, istmehr als nur eine Insel. Es handelt sich dabei um ein kleines Archipel mit 18 Inseln, welches liegt 13,6 Kilometer südlich von der Küste Mallorcas liegt. Es gehört sowohl administrativ als auch geographisch zu Mallorca und ist seit 1991 Teil des Parque Nacional marítimo-terrestre del Archipiélago de Cabrera, dem Nationalpark Cabreras.

Cabrera

Ein Besuch auf Cabrera ist ganzjährig möglich, jedoch wetterabhängig und muss im Vorfeld bei einem der Anbieter reserviert werden. Bootseigentümer benötigen eine staatliche Genehmigung zum Befahren der Gewässer um Cabrera. Die Überfahrt ab Colonia Sant Jordi dauert je nach Art des Bootes und gewählter Tour zwischen 30 und 60 Minuten. Die Touren mit den Schnellbooten sind für Kleinkinder ungeeignet. Prizipiell ist die Exkursion aber auch mit kleineren Kindern und Kinderwagen möglich. Man sollte das jedoch vorher mit dem Bootsunternehmen absprechen.

Cabrera

Cabreras Geschichte

Alle Besucher Cabreras kommen in Es Port an, dem Hafen der Insel, der von der imposanten Burg überragt wird. Die Burg wurde ursprünglich als Schutz vor den Piratenübergriffen errichtet. Bis ins 20. Jahrhundert nutzten Schmuggler die Insel um ihre Waren zu verstecken.

 

Cabrera

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten Cabreras zählen ein ehemaliger Winkeller, jetzt ethnografisches Museum, einige Leuchttürme und ein Denkmal, dass an die unmenschliche Internierung während des spanischen Unabhängigkeitskrieges erinnert.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich bisher weder den Weinkeller, noch den Leuchtturm, noch das Denkmal gesehen. Und dabei war ich schon oft dort.  Aber entweder war es zu heiß um weitere Strecken zurückzulegen oder wir hatten keine Lust. Und mittlerweile fahren wir auch gar nicht mehr nach Cabrera um dort was zu sehen, sondern einzig und allein um am Strand zu liegen und zu schnorcheln. Maximal sehen wir uns die Burg an. Und das auch nur, weil die Jungs so wild auf Piratengeschichten sind und darauf bestehen. Hauptsächlich sind die Kinder jedoch daran interessiert, die Tierwelt im Wasser zu erkunden. Und die ist grandios.

Cabrera

Cabrera

Cabrera mit Kindern erkunden

Da der Bootsverkehr um Cabrera streng geregelt ist, und auch nur ein begrenzte Anzahl an Besuchern jeden Tag erlaubt ist, ist die Tierwelt im Wasser und an Land so verschieden, von dem was wir von Mallorca kennen. Die Fische schwimmen um unsere Beine . Es gibt eine große Vielfalt an Krebsen und Seesternen. An Land verfolgen uns kleine Eidechsen, die lagartija balear, die zum Teil so frech sind, dass sie sich sogar in die Kühltasche trauen. Nur die Ziegen, die der Insel den Namen gaben, sind nicht zu finden. Sie wurden verbannt, nachdem sie alle Pflanzen abgegrast und somit das einzigartige Ökosystem fast zerstört hatten.

Cabrera

Cabrera

Ein weiteres Highlight ist der Besuch der Cova Blava, der Blauen Grotte, auf der Rückfahrt nach Mallorca. Sie hält, was der Name verspricht: Tiefblaues Wasser. Beide Bootsfirmen machen auf der Rückfahrt einen Badestopp in der Höhle, der unbedingt wahrgenommen werden sollte.

Cabrera

Cabrera ist sicher kein typisches Ausflugsziel für Mallorca-Urlauber. Es sprengt den Rahmen vieler Familien, sowohl logistisch, als auch finanziell. Andererseits geben viele Urlauber auch Unmengen für einen Tag im Aqualand oder anderen Vergnügungsparks aus. Es liegt an jedem selbst zu entscheiden, ob sich diese Investition lohnt, oder nicht. Für uns ist es auf jeden Fall immer wieder einen Besuch wert. Und alle, die sich schon immer gefragt haben, wie Mallorca vor hundert Jahren ausgesehen hat, sollten sich die Ziegeninsel auf keinen Fall entgehen lassen.

Weitere Informationen

Falls ihr auch neugierig geworden seid, und euch eventuell sogar entschließen solltet, die Tour zu wagen, hier noch ein paar zusätzliche Informationen.

Cabrera

  • Auf Cabrera darf kein Müll gelassen werden. Alles was ihr mitnehmt, muss auch wieder zurück.
  • Denkt auf jeden Fall an Sonnenschutz! Es gibt kaum schattige Plätze. Ein Sonnenschirm ist sperrig, aber ihr werdet es mir danken.
  • Nehmt ein Picknick mit. In der Bar gibt es Snacks und die Bootstouren bieten eine Lunchpaket an. Wie das Preis-Leistungsverhältnis aussieht, kann ich jedoch nicht sagen.
  • Zieht unbedingt feste Schuhe an! Auch wenn ihr nicht die Insel erkunden und nur am Strand liegen wollt.
  • Die Exkursionen können bei MarCabrera und Excursiones a Cabrera gebucht werden.
  • Zum Ein- oder Ausklang bietet sich ein Besuch des Besucherzentrums/Aquarium des Nationalparkes an, das sich in Colonia Sant Jordi nur wenig entfernt vom Bootsanlegeplatz befindet.
  • Für die harten Abenteurer gibt es die Möglichkeit, in der Albergue de Cabrera zu übernachten. Der Aufenthalt ist auf zwei Nächte begrenzt.

Falls ihr Cabrera schon gesehen habt, erzählt mir doch, wie es euch gefallen hat!

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